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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Hat Geld etwas mit Glück zu tun? Und wenn ja, ist dann die Welt der Lotterie der Schlüssel zum Glück oder nur eine Möglichkeit, Spielfreude im Alltag zu erleben? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich?

Diesen und ähnlichen Fragen geht Oliver Schönfeld jede Woche in seinem Blog für Eurojackpot nach. Er berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten - und darüber, was Menschen in Europa mit dem Thema „Glück“ verbinden.

Top 10 Gewinne

Rang Summe Land
1. 90.000.000 €Deutschland
1. 90.000.000 €Tschechien
1. 90.000.000 €Finnland
2. 86.970.702 €Finnland
3. 84.777.435 €Deutschland
4. 76.766.891 €Deutschland
5. 61.170.752 €Finnland
6. 58.693.173 €Deutschland
7. 57.275.841 €Finnland
8. 50.270.035 €Deutschland

Glück ist keine Frage des Zufalls

Glück ist keine Frage des Zufalls
shutterstock / eakkaluktemwanich

In dieser Woche, am 13. September, ist der „Tag des positiven Denkens“. Die eigene Denkweise ändern und sich im Handumdrehen glücklicher fühlen – ist das tatsächlich möglich? Dr. Judith Mangelsdorf, eine der führenden Expertinnen für Positive Psychologie, gibt Antworten.

Aus wissenschaftlicher Sicht: Wie glücklich – oder zumindest zufrieden – sind die Deutschen?

Tatsächlich sind die meisten Menschen relativ zufrieden mit ihrem Leben. Eine bekannte deutschlandweite Studie, der Deutsche Post Glücksatlas, hat gezeigt, dass die Mehrheit der Deutschen ziemlich glücklich ist. Auf die Frage, „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Leben auf einer Skala von 1 bis 10?“ liegt die durchschnittliche Antwort bei etwa 7. Tendenz steigend. Was sich allerdings tatsächlich von Jahr zu Jahr verschlechtert, sind die Depressionszahlen. Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen und zwar häufig aus den gleichen Gründen, die unseren Wohlstand ermöglichen: der Beschleunigung und dem Wirtschaftswachstum mit all seinen Folgen.

Ist das auch der Grund, warum Glücksstudien und Ratgeber derart im Trend liegen?

Die Positive Psychologie und verbundene Themen erfahren im Moment ein steigendes Maß an Aufmerksamkeit. Sowohl Wissenschaftler als auch viele andere Menschen interessieren sich zunehmend für die Frage nach dem Glück. Im Wissenschaftssektor hat dies vor allem damit zu tun, dass wir noch bis zum Jahr 2000 so gut wie keine wissenschaftliche Forschung dazu hatten, was Menschen glücklich macht, während es hunderttausende Artikel zu Themen wie Angst und Depression gab. Dieses Ungleichgewicht zu beheben, ist Ziel innovativer psychologischer Forschung. In der Bevölkerung hat der Trend zum Thema Glück auch viel damit zu tun, dass das Verständnis wächst: Glücklich zu sein ist etwas, das ich selbst aktiv beeinflussen kann. Damit können Menschen, die unzufrieden sind, selbst etwas unternehmen und aktiv werden, um ihr Leben in die Hand zu nehmen. Denn anders als in einer Lotterie ist inneres Glück keine Frage des Zufalls.

Mit einfachen Tipps und Tricks lernen, glücklicher zu werden – ist das aus Ihrer Sicht tatsächlich möglich? 

Glück ist durch viele Faktoren bestimmt. Gene spielen eine Rolle und auch die Frage, ob wir in einer deutschen Großstadt oder einem indischen Slum geboren sind, beeinflusst unser Glück. Daneben hat sich aber gezeigt, dass das Erleben von Glück zu einem großen Teil von Faktoren beeinflusst wird, auf die wir sehr wohl einen Einfluss ausüben können. Dazu gehört es beispielsweise, die persönlichen Stärken zu kennen und zu nutzen, erfüllte und bedeutungsvolle Beziehungen zu gestalten und den eigenen Sinn zu kennen und zu leben. Und ja, all das kann man tatsächlich lernen.

Am 13. September ist der „Tag des positiven Denkens“. Haben Sie einen konkreten Tipp, wie wir heute unser Denken ins Positive verändern können – und wir dies auch über diesen einzelnen Gedenktag hinaus beibehalten?

Positives Denken im engeren Sinne ist nichts, was ich empfehlen würde. Das mag einige vielleicht verwundern, aber das positive Denken – also die Idee, dass wenn ich mir etwas nur fest genug vorstelle, es sich auch realisieren wird – hat erwiesenermaßen eher eine negative Wirkung auf uns. Die deutsche Professorin Gabriele Oettingen hat in einer Vielzahl von Studien gezeigt, dass positives Denken Menschen eher dazu bringt, nicht die Initiative zu ergreifen, sondern in einer Phantasiewelt zu verharren.

Wenn Sie tatsächlich ihr tägliches Denken stärker auf das Gute fokussieren wollen, gibt es eine sehr einfache und wirkungsvolle Übung. Nehmen Sie sich jeden Tag 3 Minuten Zeit, bevor Sie ins Bett gehen und schreiben Sie drei Dinge auf, für die Sie heute dankbar sind. Vielleicht sind es Kleinigkeiten wie der Latte Macchiato in der Sonne, aber je mehr es zur Gewohnheit wird, auf das Gute im Leben zu achten, desto zufriedener werden Sie auch.  

Was verbirgt sich hinter dem Projekt „Die Glücksforscher“, an dem Sie mitwirken?

Die Onlineinitiative Glücksforscher.de ist ein Brückenschlag zwischen der Forschungswelt der Positiven Psychologie und Menschen, die ein erfüllteres Leben führen möchten. Es soll Benutzern ermöglichen, kostenfrei die neuesten wissenschaftlich evaluierten Fragebögen der Positiven Psychologie zu nutzen, um sich selbst und die eigenen Stärken besser kennenzulernen und damit ein erfüllteres Leben zu gestalten. Hinter dem Projekt steht eine Kooperation der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie und Forschern verschiedener deutschen Universitäten, wie der Freien Universität Berlin. Diese nutzen die vollständig anonymisierten Daten aller Nutzer später, um noch besser zu verstehen, was Menschen glücklich macht. So gewinnen beide Seiten, und gemeinsam kommen wir der großen Frage nach dem erfüllten Leben ein gutes Stück näher.

Zum Schluss: Was macht Sie persönlich glücklich?

Wenn ich in den Ausbildungen, die wir geben, mit meinen Coachingklienten oder während eines Kongressvortrags das Gefühl bekomme, im Leben der Menschen gerade einen echten Unterschied gemacht zu haben. Das macht mich glücklich. 

 

Zur Person

Dr. Judith Mangelsdorf ist Institutsleiterin der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie und als Speakerin auf Kongressen im gesamten deutschen Sprachraum tätig. Sie ist Diplompsychologin und absolvierte den Master in angewandter Positiver Psychologie an der University of Pennsylvania bei Prof. Dr. Martin Seligman. Dr. Judith Mangelsdorf promovierte bei der Max-Planck-Gesellschaft zu einem Spezialgebiet der Positiven Psychologie; dem posttraumatischen Wachstum. Ehrenamtlich ist sie gemeinsam mit Dr. Daniela Blickhan Vorsitzende des Deutschsprachigen Dachverbandes für Positive Psychologie mit dem Ziel, dieses Wissenschaftsgebiet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

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