ANZEIGE Eurojackpot

Eurojackpot

Anzeige

Vorname Nachname

Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Hat Geld etwas mit Glück zu tun? Und wenn ja, ist dann die Welt der Lotterie der Schlüssel zum Glück oder nur eine Möglichkeit, Spielfreude im Alltag zu erleben? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich?

Diesen und ähnlichen Fragen geht Oliver Schönfeld jede Woche in seinem Blog für Eurojackpot nach. Er berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten - und darüber, was Menschen in Europa mit dem Thema „Glück“ verbinden.

Top 10 Gewinne

Rang Summe Land
1. 90.000.000 €Deutschland
1. 90.000.000 €Tschechien
1. 90.000.000 €Finnland
2. 86.970.702 €Finnland
3. 84.777.435 €Deutschland
4. 76.766.891 €Deutschland
5. 61.170.752 €Finnland
6. 58.693.173 €Deutschland
7. 57.275.841 €Finnland
8. 50.270.035 €Deutschland

Glück ist, sein Glück im Stillen genießen zu können

Glück ist, sein Glück im Stillen genießen zu können
shutterstock / pathdoc

Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen fast eine halbe Milliarde in einer Lotterie. Soweit gar nicht schlecht... Dann aber beginnen die wirklichen Probleme: Ihr Name wird bekannt – und die halbe Welt möchte plötzlich mit Ihnen befreundet sein.

Was Soziale Medien angeht, scheiden sich die Geister. Die einen können gar nicht oft genug Details über ihr Mittagessen, ihre Laune oder ihren aktuellen Beziehungsstatus in die Welt hinausposaunen. Und die anderen verstehen bis heute nicht, wer das eigentlich alles wissen will. Doch, zugegeben, am Ende sind wir alle irgendwie „drin“.

Wrestling-Videos teilen, Neujahrswünsche versenden, mal ein Selfie mit der Freundin posten: Das Facebook-Profil des heute 20-jährigen Shane Missler aus Tampa (Florida/USA) war in den vergangenen Jahren genauso unspektakulär wie Millionen andere. Bis, ja bis der junge Mann den Hauptgewinn in der „Florida Lottery“ knackte. Kassenstand: 451 Millionen US-Dollar!

Leider hat die Angelegenheit einen kleinen Haken. In den USA ist es nämlich üblich, Großgewinner namentlich bekanntzugeben und vor laufender Kamera zu präsentieren. Seitdem spielt der frischgebackene Multimillionär in einer Liga mit den großen Sport- und Musikstars, was seine Facebook-Popularität angeht. Ob ihm das recht ist? Dazu wurde er gar nicht erst gefragt...

Nicht lange dauerte es, bis sogar die ersten Fake-Profile eröffnet waren. Doch auch der einzige wahre Shane Missler hat reichlich zu tun, in seiner Facebook-Timeline hinterherzukommen. Zumindest hat er gleich seinen Job gekündigt – und somit wohl etwas mehr Zeit, um Kommentare zu lesen, Freundschaftsanfragen zu bearbeiten und sich Gedanken zu machen über mehr oder weniger originelle Ideen, was er denn nun mit den Millionen anstellen kann.

Die ersten 100, die ihm auf Facebook gratulieren, sollten doch einfach 5.000 Dollar geschenkt bekommen, so lautete ein – nicht realisierter – Vorschlag. Auch Autoverkäufer und Finanzberater haben sich schon gemeldet, andere hinterlassen einfach ihre Telefonnummer, damit Shane sich zurückmelden kann. Nur sicherheitshalber, falls er nicht weiß, wohin mit dem Geld. Versteht sich. Selbst Heiratsanträge ließen nicht lange auf sich warten, jemand schickte gleich ein Foto der Tochter mit, die noch nicht unter der Haube ist. Immerhin gibt es auch richtig viele Menschen, die dem jungen Millionär einfach nur gratulieren möchten und sich über sein Glück freuen.

Nun kann man dem Gewinner nur wünschen, dass er etwas Ruhe findet und seine neue Lebenssituation erst einmal begreifen kann. Dabei scheint er durchaus auf dem Boden geblieben zu sein: „Ich beabsichtige, mich um meine Familie zu kümmern, etwas Spaß zu haben und einen Weg des finanziellen Erfolgs einzuschlagen, der bis weit in die Zukunft führt“, so wird der junge Gewinner in der Zeitung „Tampa Bay Times“ zitiert. Sein Gewinn schmilzt allerdings noch etwas: Die volle Summe würde er nur in Raten erhalten. Da sich Mr. Missler aber für eine direkte Auszahlung entschieden hat, reduziert sich der Gewinn auf 282 Millionen Dollar. Darauf werden noch Steuern fällig – unterm Strich werden etwas über 211 Millionen überwiesen. Auch damit dürfte er mehr als zufrieden sein.

Gar nicht zufrieden wäre ich an seiner Stelle mit der unfreiwilligen Popularität. Da sind Eurojackpot-Gewinner gleich zweifach in einer besseren Position: Zum einen wird ihr Name streng vertraulich behandelt. Und zum anderen werden hierzulande auf Lotteriegewinne keine Steuern fällig. Bei dieser Alternative braucht es wohl kein langes Nachdenken: Mit den 67 Millionen Euro aus dem Jackpot am Freitag und mit der garantierten Anonymität wäre man deutlich besser dran!

Zur Artikel-Übersicht



SPIEGEL ONLINE ist weder für den Inhalt noch für ggf. angebotene Produkte verantwortlich.



© SPIEGEL ONLINE
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.