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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Hat Geld etwas mit Glück zu tun? Und wenn ja, ist dann die Welt der Lotterie der Schlüssel zum Glück oder nur eine Möglichkeit, Spielfreude im Alltag zu erleben? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich?

Diesen und ähnlichen Fragen geht Oliver Schönfeld jede Woche in seinem Blog für Eurojackpot nach. Er berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten - und darüber, was Menschen in Europa mit dem Thema „Glück“ verbinden.

Top 5 Gewinne

Rang Summe Land
1. 90.000.000 €Deutschland
1. 90.000.000 €Tschechien
1. 90.000.000 €Finnland
2. 86.970.702 €Finnland
3. 84.777.435 €Deutschland

Die 3 zu 1-Formel für mehr Glück

Die 3 zu 1-Formel für mehr Glück

Gibt es eine Formel für das große Glück? Wie wichtig ist materieller Reichtum wirklich? Und kann uns die Wissenschaft konkrete Tipps für ein glücklicheres Leben geben? Wenn es um diese Fragen geht, zählt Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel zu den gefragtesten Experten. Er ist Professor für Makroökonomie, insbesondere Geld- und Währungspolitik, Psychologische Ökonomie und interdisziplinäre Glücksforschung an der Technischen Hochschule in Nürnberg. Im Interview verrät es uns, was es mit der 3 zu 1-Formel für ein gelingendes Leben auf sich hat – und auf welche Weise ein Lotteriegewinn auf Dauer glücklich macht...

Die Glücksforschung wird seit geraumer Zeit intensiv in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Was macht diese Disziplin aus Ihrer Sicht so populär?

Viele Menschen kennen heute ein bestimmtes Gefühl: Man hat materiell alles – aber richtig zufrieden sind wir dennoch nicht. Das stellt für viele den Impuls dar, sich intensiver mit der Glücksforschung und ihren Erkenntnissen auseinanderzusetzen. Vor allem aufgrund des interdisziplinären Ansatzes ist dieser Forschungsbereich so spannend. Psychologen, Mediziner, Soziologen, Neurobiologen, Ökonomen, sie alle beschäftigen sich heute mit der Frage des Glücks. Im Kern geht es dabei immer wieder um eines: Wie können wir mit knappen Ressourcen in unserem Leben, vor allem der immer viel zu knappen Zeit, so umgehen, dass wir unsere Ziele bestmöglich erreichen? Insbesondere das Ziel, ein erfülltes Leben zu führen.

Ist Zeit der entscheidende Faktor für das persönliche Glück?

Vielleicht nicht der allein-entscheidende Faktor. Aber in jedem Fall ein sehr wichtiger. Die Generation Y lebt es uns vor, indem sie sehr ökonomisch und rational die Fragen für sich abwägt: Wie viel Zeit nehme ich mir für das Materielle, fürs Geldverdienen und die Karriere? Und wie viel Zeit bleibt für die Familie, für andere Menschen, für soziales Engagement? Verzicht auf noch mehr Gehalt und noch mehr Besitzgüter ist in diesem Sinne kein Verzicht, wenn ich dafür mehr Zeit für andere, für mich und für ein gelingendes Leben finde.

Was sind neben der Zeit aus Ihrer Sicht weitere, entscheidende Glücksfaktoren?

Schon Epikur hat es richtig beschrieben: Freundschaft ist das Wichtigste. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Zu den wichtigsten Glücksfaktoren zählen liebevolle soziale Beziehungen. Es gilt hier schlicht die „Goldene Regel“ der Ethik zu beachten: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“ Außerdem brauchen wir ein gewisses Maß an persönlicher Freiheit. Wir wollen das Gefühl haben, auf unser Leben Einfluss nehmen zu können. Wichtig sind auch die Einstellungen, die wir haben: Sind wir optimistisch, sind wir dankbar? Wir nehmen negative Gefühle in der Regel stärker wahr als positive. Deshalb ist es wichtig, die positiven Gefühle zu stärken, indem man beispielsweise ein Dankbarkeitstagebuch führt und sich so das Positive bewusstmacht. Natürlich sollte man auch etwas für seine körperliche Gesundheit tun.

Und welche Rolle hat Arbeiten für unser Glücksempfinden?

In der Tat, eine bedeutende Rolle beim Glücklichsein spielen auch Engagement und eine erfüllende Tätigkeit. Das muss nicht zwangsläufig eine Erwerbstätigkeit sein. Sehr glücksfördernd und bedeutsam ist auch das Ehrenamt. Studien zeigen, dass eine ehrenamtliche Tätigkeit mit einer höheren Lebenszufriedenheit und einer positiven Stimmung verbunden ist.

Wie können wir alle mehr Glück in unseren oft hektischen Alltag bringen?

Eine Faustformel für das eigene emotionale Wohlbefinden lautet, positive und negative Emotionen in einem gesunden Verhältnis zu halten. 3 zu 1 sollte dieses Verhältnis sein. Wenn es um die persönlichen Beziehungen geht, eher sogar 5 zu 1. Um dies zu erreichen, können wir nicht nur positives Denken trainieren, vor allem sollten wir uns negatives Denken abtrainieren. Warum regen wir uns etwa zusätzlich noch auf, wenn wir im Stau stehen? Das nutzt nichts, ändert nichts an der Situation und macht uns stattdessen nur noch unglücklicher bzw. unzufriedener. Die medizinische Forschung zeigt, dass glückliche Menschen weniger krank werden, denn ihr Immunsystem ist nicht so belastet. Auch die Lebenserwartung von glücklichen Menschen steigt deutlich.

Macht ein Lotteriegewinn glücklich?

Im Moment des Gewinns auf jeden Fall! Die entscheidende Frage ist aber, was man aus dem Gewinn macht. Nutze ich den plötzlichen Reichtum etwa, um mir Zeit für andere zu nehmen, mich sozial zu engagieren, das zu tun, was ich schon immer wollte? Oder gebe ich die Lotterie-Millionen nur für überflüssige Dinge aus? Hier liegt der entscheidende Unterschied. Wenn wir über materielle Freiräume verfügen und diese konsequent verwenden, um uns mehr für unsere sozialen Beziehungen zu engagieren, für Gesundheit, für unsere Partnerschaft – dann ist das der Weg zum Glück. Eine gute Nachricht aber für alle, die noch keinen Jackpot gewonnen haben: Wir müssen nicht erst auf den großen Gewinn warten, sondern können sofort anfangen, glücklicher zu werden – indem wir unsere Zeit einfach anders nutzen.

Sind Sie selbst glücklich?

Ja - unbedingt! Wenn ich nicht meine Empfehlungen selbst an mir ausprobiert hätte, müsste ich mir wohl die Frage stellen – was forschst du da eigentlich?! Früher war ich selbst ein typischer Ökonom und in mancherlei Hinsicht eher gehetzt, bisweilen auch frustriert. Seit ich mich mit der Glücksforschung beschäftige, setze ich meine Erkenntnisse selbstverständlich auch für mich um. Natürlich gibt es Tage, die nicht hundertprozentig laufen. Aber ich habe viel gelernt und bin jetzt viel glücklicher, sowohl beruflich als auch privat. Ich kann aus eigener Erfahrung nur noch einmal unterstreichen: Die sozialen Beziehungen im Familien- und Freundeskreis zu pflegen und zu verstärken, fördert das Glück und auch die Gesundheit!

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