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Oliver Schönfeld

Was ist eigentlich Glück? Hat Geld etwas mit Glück zu tun? Und wenn ja, ist dann die Welt der Lotterie der Schlüssel zum Glück oder nur eine Möglichkeit, Spielfreude im Alltag zu erleben? Denken Menschen in anderen Ländern ähnlich?

Diesen und ähnlichen Fragen geht Oliver Schönfeld jede Woche in seinem Blog für Eurojackpot nach. Er berichtet hautnah über aktuelle Themen, Trends und Kuriositäten - und darüber, was Menschen in Europa mit dem Thema „Glück“ verbinden.

Top 5 Gewinne

Rang Summe Land
1. 90.000.000 €Deutschland
1. 90.000.000 €Tschechien
1. 90.000.000 €Finnland
2. 86.970.702 €Finnland
3. 84.777.435 €Deutschland

Das Glück finden: Auf die richtigen 50 % kommt es an

Das Glück finden: Auf die richtigen 50 % kommt es an

Glücklich sein – kann man das lernen? Eine Frage, über die sich lange und kontrovers diskutieren lässt. Hoffnung macht uns eine echte Expertin für positives Denken: 50 Prozent unseres Glücksempfindens, sagt Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry, können wir selbst beeinflussen. Und wie das funktioniert, erklärt sie uns im Interview.

Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry gilt in Deutschland als eine der führenden Expertinnen im Bereich der Glücksforschung. Sie ist Lernforscherin, Autorin sowie Professorin und Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. Ihre Forschungsschwerpunkte (brohm-badry.de) sind Motivation und Positive Psychologie. Zudem ist die Professorin auch Präsidentin der "Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung" (DGPPF).

 

1. Warum ist Wohlbefinden so wichtig für unser Leistungsvermögen?

Wer ein hohes Wohlbefinden hat, ist tendenziell eher offen, neugierig, kontaktfreudig, gesund und energiegeladen. All das steigert das Lust, etwas leisten zu wollen. Denn Motivation hängt zu einem starken Anteil davon ab, ob wir uns zutrauen, eine Sache zu schaffen. Dieses Gefühl verstärkt sich, wenn es uns gut geht. Wir wollen dann aus innerem Antrieb leisten, arbeiten, denken, lernen, üben und kreativ zu sein.

 

2. Können wir Glück lernen?

Einen starken Anteil daran: Ja. Rund 50 Prozent unseres Glücksempfindens sind eher genetisch bedingt, die übrigen 50 Prozent basieren auf unserem Umfeld und unserer Selbststeuerung. Sowohl an unserem Umfeld, als auch unserem Umgang mit uns selbst können wir arbeiten. So wissen wir aus der Forschung der Positiven Psychologie, dass wir lernen können,

  • den positiven Gefühlen in unserem Leben mehr Raum zu geben - also beispielsweise zu überlegen, wofür man dankbar und glücklich ist oder wie man mehr Dankbarkeit, Glück und Hoffnung in sein Leben und das Leben anderer Menschen bringt,
  • sich engagiert einer Sache zuwenden, also etwas zu finden und zu tun, was einen brennend interessiert,
  • stabile, unterstützende Beziehungen zu Menschen aufbauen und halten,
  • etwas Sinnerfüllendes tun,
  • sich Ziele zu setzen und was man begonnen hat, auch wirklich abzuschließen um sich wirksam zu fühlen.

Wer diese Elemente in seinem Leben stärkt, ist auf einem guten Weg.

 

3. Tun Unternehmen genug, um ihre Mitarbeiter „glücklich“ zu machen?

Der demografische Wandel führt dazu, dass es immer weniger Fachkräfte gibt. Daher sind die Organisationen schon aus pragmatischen Gründen gezwungen, umzudenken. Daher legen zukunftsorientierte Organisationen mehr Wert auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Mitarbeiter werden dann nicht nur als Produktionsfaktoren verstanden, die Gewinne generieren sollen, sondern im humanistischen Sinne: als Mensch. Leider ist das aber noch nicht bei allen Unternehmen angekommen.

 

4. Woran mangelt es aus Ihrer Sicht?

Meines Erachtens haben manche Führungskräfte ein falsches Leistungsverständnis: Schreibt ein Mitarbeiter schnell einen kurzen Bericht, halten sie das für eine gute Leistung, braucht er dafür aber etwas längere Zeit, halten sie ihn für leistungsschwach. Das liegt daran, dass wir Leistung so verstehen, wie es die Physik vorgibt: Leistung ist Arbeit durch Zeit. Wenn wir Leistung so verstehen, dann verdichten sich die Arbeitszeit und Lernzeit zunehmend. Nur dass Menschen eben nicht funktionieren wie Dampfmaschinen.

Nur wenn das Wohlbefinden des Menschen berücksichtigt wird, können Menschen ihr volles Potenzial entfalten. Daher plädiere ich dafür, Leistung neu zu definieren, nämlich als Arbeit mal Wohlbefinden durch Zeit. Organisationen, die das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter in den Blick nehmen, sind darüber hinaus langfristig lukrativer, weil die Mitarbeiter gesund bleiben, sich produktiv entfalten und Kranken- und Personalfluktuationskosten entfallen.

Wir konnten in einer großen Studie an über 600 Teilnehmern nachweisen, dass Reflexionszeit, also das Nachdenken über sich selbst, und Leistungsmotivation ganz deutlich zusammenhängen. Das heißt, wenn Menschen Zeit haben, sich selbst und ihre Handlungen zu reflektieren, werden sie auch leistungsmotivierter.

Zeit zum Nachdenken, positive Emotionen und wertschätzende Beziehungen sind wichtige Schlüssel, um Menschen Wohlbefinden zu ermöglichen.

 

5. Was bedeutet für Sie persönlich Glück, was macht Sie glücklich?

Bücher schreiben, Flash and Flow, Cello spielen, Forschung, Enthusiasmus, Hoffnung, Bach, Wissenschaft, Leidenschaft, Kanada, Lernen, Liebe, Musik, wachsen, Vorträge halten, Kreativität, Motivation, Initialzündung, Huskys und noch viel mehr.

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